Am Tag als der Regen kam

Die schlimmsten Momente konnten natürlich nicht per Foto festgehalten werden, werden aber allen Beteiligten in Erinnerung bleiben, die am späten Nachmittag des 2. Mai im Katharinenhof waren. Das Wasser drückte von der kleinen Straße etwa 40 cm hoch gegen die Tür und bahnte sich mit aller Macht einen Weg in den Gemeindesaal hinein. Gleichzeitig drückte das Wasser vom kleinen Hof in den Flurbereich, in die Küche und bis in die Bäder hinein. Dort sind zum Glück Fliesen verlegt. Das Wasser in den Toiletten stieg rasant von unten vom Kanal her an.

 

In den etwa 20 Minuten des Starkregens mit teils taubeneiergroßem Hagel konnte man nur Tücher auslegen und auswringen, Türen waren nicht zu öffnen.

 

Als der Regen nachließ und die Türen zu öffnen waren, eilten Helfer aus Angehörigen sowie Nachbarn und die Küster herbei, um im Sensationstempo mit Flitschern und Besen sowie Tüchern das Wasser wieder zuden Türen hinaus zu bekommen.

Der Gemeindesaal mit dem Parkettboden war als erster vom Wasser befreit worden. Leider hatte dieses aber schon Besitz der Ritzen ergriffen; bis heute ist es teilweise stark aufgequollen.

 

Ein großer Dank ging an alle Helfer, besonders an die rüstige Nachbarin Gisela Lück, die mit ihren 86 Jahren, mit Schutztüten um die Füße und ihrem Besenflitscher bewaffnet, sofort herüberkam, um den Wassermassen Herr zu werden.

 

Interessant ist, dass der Straßenzug links neben dem über 300 Jahre alten Katharinenhof (1695-1743 neu errichtet) gerade neu gebaut worden ist. Die Tür von dieser Straße zum Gemeindesaal ist zwar jüngeren Datums, doch hat es dort bisher nie Probleme gegeben. Klimawandel? Stadtplanung? Versiegelungen? Einige Fragen dürften noch zu klären sein und dabei sollte gut überlegt werden, wie man das denkmalgeschützte Gebäude für die Zukunft vor Starkregen schützen könnte. Ein allererster Anfang sind die Sandsäcke, die die nette Feuerwehr direkt vorbeibrachte.

 

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